Dieses Denkmal blickt auf eine weitreichende Geschichte zurück, die eng mit dem Franziskanerorden in Kłodzko verbunden ist. Die ersten Vertreter des Ordens der Minderen Brüder gelangten Mitte des 18. Jahrhunderts von Böhmen aus nach Kłodzko. Es ist bekannt, dass die Franziskanerkapelle 1257 geweiht wurde, weshalb bereits vorher Ansätze eines Kirchenbaus vorhanden gewesen sein müssen. Schon bald wurden auch für das franziskanische Gotteshaus drei Altare gestiftet. Es ist jedoch nicht genau bekannt, wann der Bau der Kirche und des Klosters begann. 1270 stellte der böhmische König Ottokar II. ein Dokument aus, in dem bestätigt wird, dass die Franziskaner Land auf der Sandinsel erhielten. Bedauerlicherweise waren die darauffolgenden Jahrhunderte für die Franziskaner nicht besonders gnädig. Zunächst wurden die Kirche und das Kloster, die sich außerhalb der Stadtmauern befanden, 1428 von den Hussiten zerstört. Die wiederaufgebaute Kirche wurde zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Überschwemmung im Jahr 1475 erheblich beschädigt. Die Brüder verließen sie 1564, woraufhin sie abgerissen wurde.

Ihren ehemaligen Besitz erlangten die Franziskaner auf Befehl Ferdinands II., der 1622 die Stadt eroberte, wieder. Das derzeitige Gotteshaus im Barockstil wurde in den Jahren 1628-31 erbaut. Aber auch dieses Mal war das Schicksal den Franziskanern nicht wohlwollend gesinnt. Bereits 1783 wurden die Fundamente und Mauern der Kirche und des benachbarten Klosters durch eine enorme Überschwemmung beschädigt. 1810 wird das Kloster aufgrund eines durch den preußischen Staat ausgegebenen Dekrets über die Säkularisierung eingezogen. Die Kirche wird in ein Stroh- und Heulager für die preußische Garnison umgewandelt. Im Kloster hingegen ließen sich Unteroffiziere und Militärbeamte mit ihren Familien nieder. Ein Teil des Klosters diente auch vorübergehend als Spital. 1834 wandelte die preußische Regierung die katholische Kirche in eine evangelische Kirche um.

In diesen Zeiten wurde der historische Innenraum des Klosters sehr in Mitleidenschaft gezogen. Erfreulicherweise überdauerten die Fresken von Felix Anton Scheffler, die das Gewölbe des Speisesaals schmücken. Auf der größten Malerei brachte er die Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit durch die Mutter Gottes sowie in vier Gruppen aufgeteilte Ordensbrüder an. Darunter befinden sich u.a. der Patron des Ordens, der hl. Franziskus von Assisi, die wichtigsten Gestalten des Ordens sowie Brüder, die als Märtyrer gestorben sind. Zwei kleinere Malereien stellen die Kreuzanbetung durch eine weltliche Splittergruppe des Ordens, die Terziarier, dar, sowie die Anbetung der Eucharistie durch die Klarissenschwestern, die sich um die hl. Klara von Assisi, die Gründerin des Ordens, versammeln. Das Kunstwerk ist zusätzlich mit kleineren Fresken geschmückt, die die Haupttugenden des Ordens darstellen: Armut, Demut, Gehorsam, Hoffnung, Glaube und Liebe.

1619 gründete der Stadtrat, der für kurze Zeit das Kloster übernahm, darin die erste Druckerei in Kłodzko.