Die Hl. Georg- und Hl. Adalbert- sowie Christkönig-Kirche und das Klarissenkloster. Die von dem Kłodzkoer Grafen Heinrich dem Älteren gestiftete Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut, aber mehrfach um- und ausgebaut. Jahrelang war sie kein besonders beliebtes Ausflugsziel, dies änderte sich jedoch vor kurzem völlig. Unter den Farbschichten, die das Gewölbe bedecken, wurden 2015 vergessene Fresken des berühmten Barock-Malers Karl Dankwart entdeckt, Hofmaler des Königs Johann III. Sobieski und u.a. Urheber der gemalten Dekoration in der Kirche auf der Jasna Góra in Częstochowa. Die wertvollen Kłodzkoer Fresken werden derzeit von Spezialisten enthüllt, konserviert und erforscht.

1275 wird erstmals namentlich die Existenz einer dem heiligen Georg geweihten Kapelle in der Nähe des von dem Souveränen Malteserorden geführten Spitals erwähnt. Nach der Verlegung des Ordens in das Stadtzentrum wurde die Kapelle zerstört und verbrannte 1470 mitsamt dem Spital.

1475 übergab der Herzog Heinrich der Ältere von Münsterberg dieses Grundstück den Bernhardinern und stiftete gemeinsam mit seiner Frau Ursula von Brandenburg die dem hl. Georg geweihte Kirche und das Kloster. Das Gotteshaus wurde 1479 durch den Breslauer Bischof Rudolf von Rüdesheim geweiht, der dazu die Erlaubnis des Prager Erzbischofs erhalten hatte. Bei der Weihe erhielt die Kirche einen weiteren Patron, den hl. Adalbert. Neun Jahre später verstarb der Stifter der Kirche und wurde in der Krypta unter dem Presbyterium beigesetzt. 1517 wurden sowohl die Kirche als auch das Kloster durch einen Brand beschädigt. Der Wiederaufbau ging sehr mühevoll voran. Aufgrund mangelnder Berufungen, die aus der Verbreitung der Reformation in Kłodzko resultierten, verließ der Orden die Stadt (1546) und übergab dem Stadtrat beide Gebäude. In dem Kloster wurde ein Spital für Arme und in der Kirche eine Spitalskapelle eingerichtet. Die Gebäude wurden während des Dreißigjährigen Krieges, als Österreich Kłodzko einnahm, völlig zerstört.

Die Ruinen blieben mehrere Jahre lang unbeaufsichtigt. 1643 kehrten die Bernhardiner in die Stadt zurück und begannen mit dem Wiederaufbau der Kirche und des Klosters, der mit Unterbrechungen fast 150 Jahre in Anspruch nahm. Das gotische Presbyterium überdauerte, das Kirchenschiff und die Seitenkapellen wurden spätbarock eingerichtet. Das Gebäude wurde mit einem Tonnengewölbe bedeckt. 1665 weihte der Kardinal Ernst Adalbert von Harrach das neue Gotteshaus. Während der Belagerung durch die Österreicher im Dritten Schlesischen Krieg 1760 war die Kirche erneut von einem Brand betroffen. Nach Beendigung der Kriegshandlungen wurde der Kirchturm wiederaufgebaut und ein neuer, bescheidenerer Turm angebaut.

Nachdem der Orden im Jahr 1810 aufgelöst wurde, wandelte man die Kirche in ein Stroh- und Heulager für die preußische Garnison um. Im Kloster hingegen wurden Offiziersbüros, Wohnungen für die Soldaten und ihre Familien sowie ein Spital eingerichtet. 1834 wandelten die Machthaber die Kirche in eine evangelische Garnisonkirche um.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen Franziskanerinnen vom Heiligsten Sakrament (heute: Klarissen von der ewigen Anbetung) das Kloster und 1947 wurde die Kirche eröffnet, die erneut zum katholischen Gotteshaus wurde. 1956-1990 trug die Kirche das Patrozinium Christkönig.

Bei der Kirche handelt es sich um ein einschiffiges Gebäude mit einer Reihe von Kapellen von Norden aus, das im spätbarocken Stil mit gotischen Elementen erbaut wurde. Die Mauern sind aus Ziegeln errichtet, die Wände verputzt. Sie ist 50 m lang und 10 m breit. Das halbachteckige Presbyterium stützt sich auf zwei Strebebögen und zwei Strebepfeiler, wobei es sich um die einzigen Überreste der gotischen Merkmale des Gebäudes handelt. An der Nordwand des Kirchenschiffs befinden sich drei Fenster; die Fenster an der Südseite sind zugemauert. Die Inneneinrichtung ist schmucklos und einfach, da die Original-Einrichtung nicht bis zum heutigen Tag überdauerte. Die Fresken sind modern und die Stationen des Kreuzwegs aus Gips hergestellt. Die Kirchtürme sind von bauchigen Rundbogenfenstern und Turmhauben bedeckt. Die Eingangstüren der Kirche stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Südlich der Kirche befindet sich das barocke Klostergebäude, das in den Jahren 1664-1665 erbaut wurde. Es handelt sich um ein vierseitiges Gebäude mit einem Viridiarium im Innenhof, das mit Satteldächern bedeckt ist. Die Fassaden sind durch Lisenen unterteilt.